Heute im Fokus: Der Glashund von Iris Conrad, erschienen am 2. Mai 2024 im Droemer Knaur Verlag.
Klappentext
Die Geschichte einer »Flitzerin«, einer jungen Jüdin die die Nazizeit im Berliner Untergrund überlebt: ein historisch fundierter und mitreißend erzählter Roman.Berlin 1942. Es hämmert an der Tür, die jüdische Kunststudentin Henriette weiß: Sie soll als letzte ihrer Familie in den Osten transportiert werden und nutzt die wenigen Augenblicke, die ihr bleiben, um abzutauchen. Sie ist jetzt eine "Flitzerin", schlägt sich ohne Adresse und ohne Namen im Untergrund durch. Als sie den ihr ehemals unsympathischen Kommilitonen Benjamin wiedertrifft, werden die beiden Freunde. Der Wille zu überleben schweißt sie zusammen. Immer wieder reißt das unstete Leben sie auseinander und führt sie wieder zusammen, bis sie ihre Gefühle füreinander erkennen.
Doch das bisschen Glück wird von den unzähligen Spitzeln bedroht - und von Rolf Reinhardt, dem Gestapo-Mann, der Jahre zuvor in Henriette verliebt war und seine ganz eigenen Gründe hat, sie zum Schweigen zu bringen.
Rezension
In sprichwörtlich letzter Sekunde gelingt es Henriette, sich vor der Deportation durch die Schergen es Nationalsozialismus zu retten. Angezettelt als Racheakt, denn Rolf Reinhardt kann nicht vergessen, dass er einst als "Spielball" für einen übermütigen Backfischstreich herhalten musste. Ab diesen Zeitpunkt kann sich Henriette nur noch als ein Schatten in Berlin bewegen. Ihr ständiger Begleiter ist fortan die Angst vor Entdeckung & Deportation. Ihr ehemaliger Kommilitone Ben kreuzt immer wieder ihren Weg und aus der anfänglichen Antipathie entwickelt sich erst Freundschaft, um dann beide Herzen immer höher schlagen zu lassen. Wird es Henriette und Ben gelingen ihren Widersachern zu entkommen?
Iris Conrad schreibt klar und präzise. Die oft knappen Sätze treffen den Ton der jeweiligen Szene und erzeugen Nähe. Das Leben im Untergrund wird lebendig und glaubwürdig geschildert, wobei die Atmosphäre überwiegend dicht und spannungserzeugend bleibt.Die Autorin nimmt sich in der ersten Hälfte viel Zeit die Vorgeschichte der Figuren auszuarbeiten. Das hat Vorzüge, führt aber dazu, dass die eigentliche Fluchtphase vergleichsweise spät einsetzt. In der Folge werden die dramatischen Jahre 1944/45 eher knapp behandelt. Zudem wirken manche Wendungen durch zahlreiche glückliche Zufälle und zufällige Begegnungen konstruiert, was die Glaubwürdigkeit an einzelnen Stellen schmälert. Insgesamt gelingt es der Autorin nicht immer, die erzählerische Spannung über die gesamte Länge konstant zu halten, sodass das Buch streckenweise zäh wirkt.
Fazit
3,5⭐ - Der Glashund ist ein eindringlicher, gut erzählter Roman, der durch seinen präzisen Sprachgebrauch und ein stimmungsreiches Setting besticht, aber an einigen Stellen in der Plotführung Schwächen zeigt.
Vielen Dank an die Autorin und den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Über das Buch
Titel: Der Glashund
AutorIn: Iris Conrad
Verlag: Droemer Knaur Verlag
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2024
ISBN/ASIN: 978-3426284186
Seitenzahl: 352 (Hardcover)
Genre(s): Historischer Roman, Familiensaga

