Teufliche Provence ( Ein Fall für Commissaire Leclerc 14) | Pierre Lagrange {Rezension}

Mit Teuflische Provence schickt Pierre Lagrange seinen charismatischen Ermittler Albin Leclerc, seines Zeichens Ex-Commissaire, bereits in die 14. Runde. Wer glaubt, nach so vielen Bänden sei die Luft raus, der irrt gewaltig. Dieser Fall beweist, dass die Provence noch viele dunkle Geheimnisse zwischen ihren blühenden Lavendelfeldern verbirgt.


Klappentext

Ist das geheimnisvolle "Teufelslied" der Schlüssel zu Albin Leclercs neuem Fall?

An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des "Teufelsliedes", einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden...

 

Rezension


Pierre Lagrange ist es auch in Band 14 auf unverwechselbare Art und Weise gelungen das provenzalische Lebensgefühl einzufangen. Man spürt beim Lesen förmlich die flirrende Hitze des Vaucluse und hört das Zirpen der Zikaden. Doch in diesem Band nutzt der Autor das Setting besonders geschickt: Das Kloster St. Gargas und die umliegenden einsamen Täler bilden eine fast schon gotische, beklemmende Kulisse. Der Kontrast zwischen der leuchtenden Natur und der düsteren, religiös aufgeladenen Atmosphäre des Klosters gibt dem Buch eine ganz eigene, faszinierende Note.

Der Autor schreibt gewohnt flüssig und bildhaft. Sein Stil ist die perfekte Mischung aus „Cosy Crime“-Leichtigkeit und der nötigen Ernsthaftigkeit eines spannenden Regionalkrimis. Er nimmt sich Zeit für Details, egal ob ein kulinarischer Exkurs oder die genaue Beschreibung einer alten Handschrift, ohne dabei das Tempo und die Spannung zu drosseln. Man fliegt förmlich durch die Seiten, was diesen Krimi zur idealen Urlaubslektüre (oder zum Kurzurlaub im Kopf) macht.

Auch in Band 14 ist es dem Autor wiedereinmal gelungen mit Albin Leclerc einen ganz besonderen Krimi-Protagonisten zu zeichnen. Der Ex-Commissaire ist eigenwillig, scharfsinnig und besitzt diesen typisch französischen Charme, den man einfach lieben muss. Oder ist vielleicht sein Mops Tyson der heimliche Star? Die Interaktionen mit seinem Mops Tyson lockern die düstere Handlung immer wieder humorvoll auf. Mit der Handschriftenexpertin Camille Dumont bekommt Albin eine Sparringspartnerin an die Seite, die intellektuelle Tiefe in die Ermittlung bringt. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt authentisch und bereichert die Geschichte ungemein. Alle Charaktere sind facettenreich und lebendig beschrieben. 

Der Plot rund um die Abtei und das „Teufelslied“ ist brillant konstruiert. Es ist nicht einfach nur ein „Whodunnit“, sondern eine Spurensuche, die tief in die Geschichte und die Musiktheorie eintaucht. Pierre Lagrange baut den Druck stetig auf. Was mit einem Leichenfund beginnt, entwickelt sich durch die Entschlüsselung des Codes zu einem packenden Wettlauf gegen die Zeit. Dabei hat der Autor mit dem bevorstehende Chorfestival einen perfekten „Showdown“-Ticker erschaffen, der den Spannungsbogen zu keinen Zeitpunkt abflachen lässt.

 

Fazit

5⭐ - Teuflische Provence ist mehr als nur ein Regionalkrimi. Es ist ein atmosphärisch dichter Mystery-Krimi der zeigt, dass hinter der schönsten Fassade das Böse lauern kann. 

Für Fans der Reihe ein absolutes Muss, für Neueinsteiger ein perfekter Grund, endlich mit Albin Leclerc Bekanntschaft zu machen.

Ganz herzlichen Dank an den Autor und den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar. 

 

Über das Buch

Titel: Teufliche Provence (Ein Fall für Commissaire Leclerc 14)

AutorIn: Piere Lagrange

Verlag: S. Fischer Verlage

Erscheinungsdatum: 29.April 2026

ISBN/ASIN: ‎978-3651001497

Seitenzahl: 336 (Paperback)

Genre: Frankreichkrimi, Kriminalroman, Regionalkrimi

 

Viele Grüße,

Mandy