Worum geht es?
Am Strand des Feriendorfs Euronat, Europas größtem Nudistencamp an der französischen Atlantikküste, wird mitten in der Hauptsaison ein junger Politiker tot aufgefunden – nackt, ermordet. Erst kurz zuvor hatte er angekündigt, das traditionsreiche Camp schließen zu wollen. Während die Gemeinschaft der Camper leidenschaftlich gegen das drohende Ende ihres Freiheitsraums protestiert, nimmt Kommissar Luc Verlain die Ermittlungen in ungewohnt freizügiger Umgebung auf – und stößt auf ein Geflecht aus politischem Kalkül, gesellschaftlichen Spannungen und einem persönlichen Geheimnis, das tödlich endete. Ein hitziger Fall, der mit einem einzigartigen, faszinierenden Setting überrascht – Luc Verlains wohl ungewöhnlichster Einsatz.Leseeindruck
Schon der Ausgangspunkt der Ermittlungen sticht aus der Masse der Regionalkrimis heraus: Der Tatort ist ein Nackt-Campingplatz an der französischen Küste. Alexander Oetker nutzt dieses wunderbar ungewöhnliche und herrlich unkonventionelle Setting perfekt aus. Ohne in billigen Voyeurismus abzugleiten, sorgt die FKK-Kulisse für jede Menge skurrile Situationen, wenn die Ermittler plötzlich der nackten Wahrheit gegenüberstehen. Das bringt eine erfrischende Dynamik in die klassische Krimistruktur und hebt das Buch originell von anderen Genrevertretern ab.
Was diesen Krimi aber neben dem cleveren Plot zu einem echten Genuss macht, ist das grandios transportierte Frankreich-Flair. Der Autor beweist einmal mehr sein Gespür für Land und Leute. Beim Lesen spürt man förmlich den Sand zwischen den Zehen, hört das Rauschen der Wellen und bekommt augenblicklich Appetit. Von den perfekt beschriebenen frabzösischen Köstlichkeiten bis hin zu den liebevoll skizzierten Eigenheiten und Marotten der lokalen Bevölkerung. Das Savoir-vivre wird hier so lebendig und authentisch transportiert, dass man am liebsten sofort die Koffer packen möchte.
Alexander Oetker schreibt einfach richtig gut und unkompliziert. Der Stil ist locker, flüssig und bildhaft. Man hat beim Lesen sofort die Kulisse vor Augen und merkt, dass der Autor sich in Frankreich bestens auskennt. Die Dialoge sind knackig, haben Witz und eine angenehme Leichtigkeit. Das Buch lässt sich dadurch super flink weglesen und ist die perfekte, entspannte Lektüre fürs Sofa oder den Strandkorb.
Auch die Krimihandlung kommt nicht zu kurz. Die Geschichte fängt mit dem ungewöhnlichen Leichenfund direkt spannend an und hält dieses Level auch bis zum Schluss. Oetker baut den Fall logisch auf, legt ein paar falsche Fährten und baut immer wieder überraschende Wendungen ein. Weil die Ermittlungen auf dem FKK-Gelände so eigenwillig sind, bleibt man als Leser durchgehend neugierig und rätselt bis zum Finale fleißig mit. Es wird zu keiner Zeit langweilig, und die Auflösung am Ende ist stimmig.
Meine Highlights auf einem Blick:
- Besonderes Setting: Der Nudisten-Campingplatz als Ermittlungsort sorgt für Situationskomik und einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert.
- Urlaubsflair pur: Die Beschreibungen von Essen, der wilden Küstenlandschaft und den charmanten Eigenheiten der Einheimischen sind ein Fest für alle Sinne.
- Gute Krimispannung: Ein gut durchdachter Fall, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt und zum Mitraten einlädt.
- Toller Schreibstil: Angenehm unkompliziert, spritzig und mit genau der richtigen Portion Humor.
Fazit
5⭐ - für mörderisches Urlaubsfeeling mit ganz besonderem Charme. Strandgut von Alexander Oetker ist der perfekte Sommer- und Urlaubskrimi mit ungemein dichtem Frankreich-Flair.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Autor & den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Über das Buch
Titel: Strandgut (Luc Verlain ermittelt 10)
AutorIn: Alexander Oetker
Verlag: Hoffmann & Campe Verlag
Erscheinungsdatum: 4.März 2026
ISBN/ASIN: 978-3455021226
Seitenzahl: 320 (Paperpack)
Genre: Frankreichkrimi, Krimi, Regionalkrii

